Mr Nice Seedbank
Wer sich in der Geschichte rund um Cannabis auskennt, ist sicher schon über den Namen „Shantibaba“ gestolpert. Hinter diesem Pseudonym steckt Scott Blakey, ein gebürtiger Australier, der mit seinen wegweisenden Sorten wie White Widow und Super Silver Haze schon früh die moderne Cannabiskultur entscheidend mitgeprägt hat.Reisender mit einem Faible für Seeds
In den 1980er-Jahren tourte Scott Blakey mit einer alten Royal Enfield Bullet durch Indien, Pakistan, Afghanistan und Südamerika. Überwiegend suchte er dabei nach interessanten Landrassen und Saatgutlinien. Genau dieser Drang zum Abenteuer und die Jagd nach genetischen Schätzen begründete seine spätere Reputation: Er wollte stets Cannabispflanzen finden, die einen “eigenen Charakter” haben – sprich, Landrassen mit besonderen Aromen und Effekten.
Sadhus & Namensgebung
Während dieser Reisejahre lebte er zeitweilig in Pune, Indien, mit einer Gruppe Sadhus (heiligen Männern). Dort bekam er den Beinamen „Shantibaba“ – was sinngemäß „friedvoller Mann“ bedeutet. Laut eigener Aussage passte dies ideal zu seinem Wesen und zu seiner auf Ausgleich bedachten Lebensphilosophie. Außerdem bestärkte ihn die Zeit mit diesen spirituellen Freunden, Cannabis konsequent als Quelle für Inspiration und Medizin zu betrachten.
Amsterdam und die berühmten Sorten
In den späten 1980ern verschlug es ihn nach Amsterdam. Dort traf er auf zwei wegweisende Persönlichkeiten: Neville Schoenmakers und Howard Marks alias Mr. Nice. Zusammen mit Neville entwickelte Scott im Laufe der 1990er viele Strains, die bis heute in jedem Coffeeshop-Menü auftauchen:
- White Widow - Ein Fels in der Brandung der 90er
- Super Silver Haze - Haze in Vollendung
- White Rhino, später Medicine Man - Eine robuste Afghan/White-Widow-Kreuzung
- El Niño - Ein Mix aus Haze, White Widow und weiteren Genpools
Greenhouse Seeds, Mr. Nice & Co.
Eine Zeit lang war Scott mit Arjan Roskam Teil der Greenhouse Seed Co. Doch nach einigen Differenzen trennten sich die Wege. Shantibaba nahm seine Mutterpflanzen und gründete zusammen mit Howard Marks die Mr. Nice Seedbank. Dort bot er ab 1998 etliche seiner älteren Strains unter neuen Namen an – etwa Medicine Man (ex-White Rhino), Shark Shock (ex-Great White Shark) oder eben Black Widow (ex-White Widow). Damit wollte er seine eigenen Originallinien klar von neueren Kreuzungen anderer Züchter unterscheiden.
Mit diesem Schritt etablierte Scott das Credo: Sorten brauchen Zeit und Feintuning, keine inflationären Namensspielereien. Er entschied sich bewusst gegen schnellen Markt-Output zugunsten gründlicher Stabilitätstests. Seine Message: Zuchtarbeit sei eine lebenslange, passionierte Suche nach den besten Eigenschaften einer Pflanze, nicht bloß ein Marketing-Stunt.
Die medizinische Mission: CBD Crew
Seit Anfang der 2000er beschäftigte sich Shanti intensiv mit den medizinischen Potenzialen der Pflanze. In der Schweiz führte er diverse Großprojekte mit hohem CBD-Fokus durch. 2009 gründete er die „CBD Crew“ gemeinsam mit Jaime von Resin Seeds. Ziel war es, Cannabisgenetiken mit relevanten Anteilen an Cannabidiol (CBD) zu entwickeln. Strains wie CBD Therapy, CBD Shark Shock oder CBD Skunk Haze wurden in der Community schnell zu Aushängeschildern für ernstzunehmende medizinische Cannabis-Züchtung.
Dahinter steckt ein klares Anliegen: Für viele Patienten braucht es Sorten, die weniger psychoaktiv sind, dafür mehr Linderung bei Beschwerden wie Schmerzen, Krämpfen und Entzündungen bieten. Shantibaba arbeitete früh daran, THC-Werte zu zügeln und CBD-Werte nach oben zu schrauben, lange bevor „CBD-Hype“ allgemein zum Thema wurde.
Anekdoten und Spirit
Scott Blakey hatte im Laufe der Zeit einige Höhen und Tiefen. Beispielsweise war er kurzzeitig in der Schweiz inhaftiert, nachdem er 2003 an der Grenze zu Italien mit größeren Geldsummen und Cannabis in Verbindung gebracht wurde. Letztlich wurden die Vorwürfe fallengelassen und Shanti kehrte zu seinem Zuchtalltag zurück.
Auch im „Foren-Zeitalter“ zeigte er sich stets nahbar und hilfsbereit. Im Mr. Nice Forum schrieb er Kolumnen, half Anfängern bei Fragen zu Landrassen vs. Hybriden und gab Tipps für umweltfreundliche Anbaumethoden. Nachhaltigkeit und möglichst natürliche Zuchtverfahren sind ihm ein besonderes Anliegen – ein Grund, weshalb man ihn oft von „natürlich selektierten Pflanzen“ schwärmen hört.
Was wir an Shantibaba lieben
In einer Zeit, wo viele Seedbanks jährlich zig neue Sorten herauspusten, ohne sie je ordentlich zu testen, besticht seine Herangehensweise durch Sorgfalt, Identität und echte Leidenschaft. Sorten aus seiner Feder hatten (und haben) Charakter, Wiedererkennungswert und teils spektakuläre Effekte. Ob man nun eher altbewährte Indicas wie Medicine Man bevorzugt oder auf High-CBD-Hybriden setzt: Shantibaba hat garantiert etwas im Programm, das tief verwurzelt in „authentischer Genetik“ ist.
Denn genau das ist das Besondere an ihm: Er bleibt seinem Weg treu, immer auf der Suche nach echten Qualitätssprüngen. Auch mit seinen über 60 Jahren zeigt er ungebremste Neugier, probiert Kollaborationen mit Newcomern und forscht unermüdlich an medizinischen Einsatzmöglichkeiten. Seine Sorten stehen für einen Mix aus jahrzehntelangem Know-how, Pioniergeist und dem Bestreben, Cannabis zu einer gesellschaftlich akzeptierten, wirksam erforschten Heilpflanze zu machen.
Secret of Eden – weil wir Geschichten, Leidenschaft und echte Qualitätsprodukte lieben.
Ehre den Wurzeln
Wenn du dir ein Stück Cannabisgeschichte in die eigenen Anbauräume holen willst, greif unbedingt zu Klassikern von Shantibaba bzw. Mr. Nice. Ob White Widow (Black Widow), Super Silver Haze oder die CBD-Linien: Diese Genetiken sind lebendige Belege dafür, was möglich ist, wenn man sich jahrzehntelang voller Hingabe mit Selektion und Kreuzung auseinandersetzt. Genau deshalb ist Shantibaba mehr als nur „ein Name“ – er ist ein Urgestein, der uns zeigt, wie Passion und Handwerkskunst eine ganze Branche prägen können.